Charakteristisches des alten Nürnbergs

Charakteristisch des alten Nürnbergs sind die "Chörleins". Das sind kunstvolle Vorbaue in der Hausvorderseite. Ein Chronist beschreibt das folgendermaßen : Die Straßenseite ist anfänglich schlicht und unauffällig gehalten, nur durch Toreinfahrt und Fenster gegliedert und durch die für Nürnberg charakteristischen "Chörlein" belebt, die aus Kapellenerkern entstanden sind. Die Schmuckfreude und das Repäsentationsbedürfnis kommen öfters in der prunkvollen Ausschmückung des Hofes und der Innenräume zum Ausdruck, seit der Renaissance greifen sie auch auf die Straßenfassade über. Anschließendes Foto zeigt eine kurze Altstadt-Straße  mit insgesamt 4 Chörleins auf einer Straßenseite.

Straßenname: Füll
Straße, in der 5 Chörleins zu sehen sind.

Bildhauerei - vollendete Kunst

Die ständige Bautätigkeit, die reiche Ausstattung der Gebäude ermöglichten zahlreichen Künstlern, ihre Fähigkeiten voll zu entfalten, und zogen aufstrebende Talente aus allen Himmelsrichtungen hierher. Aus vielen europäischen Ländern wurde die Kunst und Kultur in Nürnberg beeinflusst. Aber auch umgekehrt wurde die europäische Kultur und Kunst von nürnberger Künstlern beeinflusst. Die Maler Hans Pleydenwurf und Michael Wolgemut, der geniale Albrech Dürer, die Bildhauer Veit Stoß und Adam Kraft, der Erzgießer Peter Vischer, der vielseitige Peter Flötner, der Baumeister Hans Beheim, der Goldschmied Wenzel Jamnitzer -- sie alle machten Nürnberg zum Vorort und Vorbild künstlerischen Schaffens.

Eingangsportal des alten Rathauses
Eingangsportal des alten Rathauses

Das alte Nürnberger Rathaus hat auf dieser Seite zwei dieser kunstvoll verzierten Portale.

Sebaldusgrab in der Sebalduskirche

1488 in rein gotischem Stil entworfen und 1508 bis 1519 von Peter Vischer und seinen Söhnen unter Führung Peters d. J. im Stil der Renaissance umgestaltet und ausgeführt. Haupwerk der deutschen Bronzeplastik an der Wende des 15. zum 16. Jahrhunder. Der silberne Reliquienschrein des Nürnberger Goldschmieds Habelsheimer von 1391 bis 1397 ruht auf einem Sockel mit Darstellungen aus der Sebalduslegende unter einem Überbau mit drei gekuppelten Baldachinen in Renaissancestil. Das ganze Werk ist übersät mit figürlichem Schmuck. Selbstproträt des Peter Vischer in Handwerkstracht (neuer realistischer Persönlichkeitsstil).

Erhaltene Kunstwerke aus dem Mittelalter

Die ständige Bautätigkeit, die reiche Ausstattung der Gebäude ermöglichten zahlreichen Künstlern, ihre Fähigkeiten voll zu entfalten, und zogen aufstrebende Talente aus allen Himmelsrichtungen hierher. Der Bildhauer Adam Kraft war z. B. einer davon. Die beigefügte Abbildung zeigt ein Steinrelief von Adam Kraft, auf dem die Jahreszahl 1491 zu sehen ist. (Das Bild wird wie bei allen Bildern in dieser Website durch Draufklicken groß)

 

Steinrelief von Adam Kraft
Diese Steinrelief befindet sich an der Industrie- und Handelskammer



Figuren z. B. Heiligenfiguren am Haus

Die reichen Bürger Nürnbergs verzierten ihr Haus gern mit Figuren an der Außenfassade.

Vier Türme und ihre Bauweise, enthalten in der Stadtmauer

Anschließende Galerie von 4 Bildern zeigt Türme, die echte Wehrtürme im Mittelalter waren. Ursprünglich (zirka 1200) waren es Türme mit viereckiger Grundfläche. Später zirka 1558 wurden diese Türme mit einer Steinmauer von runder Grundfläche ummauert. Der Zwischenraum von alter und neuer Außenmauer wurde aufgefüllt. Mit einer solchen stabilen Außenmauer brachte man Kanonen in das obere Stockwerk. So konnten Kanonen von oben abgefeuert werden und auch ein Treffer der Feinde brachten den Turm nicht zum Einsturz.