Nürnberg und seine Kaiserburg

 Meister Franz Schmidt

Er ist Nürnbergs berühmtester Henker und Bewohner des Henkerhauses. Berühmt und bekannt wurde er deshalb, weil er der Nachwelt ein Dienst-Tagebuch mit seinen vollzogenen Strafen, die vom Gericht angeordnet waren, hinterlassen hatte.

Dieser Henker kam sich nicht als schlechter Mensch vor. Sein Vater übte auch schon in Bamberg das Henkerhandwerk aus. Franz Schmidt betrachtet seine Arbeit als Handwerk, das er möglichst gut auszuführen strebte. Zweifel am Sinn der Todesstrafe hatte er nicht.

Zu Franz Schmidts Zeit sind jedoch Reformschritte hin zu einer "humaneren" Strafpraxis zu beobachten. In einem Fall setzte er sich selbst aktiv dafür ein: Am 26. Januar 1580 hatte er Margaretha Dörflerin, Elisabeth Ernstin und Agnes Lengin hinzurichten. Alle drei hatten ihre neugeborenen Kinder getötet. Darauf stand die für Frauen übliche Todesstrafe durch Ertränken. Der Nachrichter drückte dabei die Delinquentin mit Stangen in die Pegnitz bis sie tot war. Zusammen mit dem Geistlichen an St.Sebald erwirkte Franz Schmidt für die drei Kindsmörderinnen die Umwandlung der Strafe vom Ertränken zur Enthauptung. Diese galt als die "ehrlichste" Todesstrafe und wurde nun erstmals in Nürnberg bei einer Frau angewandt. Das Ertränken wurde eingestellt.

Das Henkermuseum gibt Auskunft über den Henkerberuf um 1600 durch gezeichnete Bilder.

Das Henkermuseum in Nürnberg wird durch einen Verein gepflegt und betrieben.

Der Henkersteg

Der Henkersteg ist nach dem Henkersturm benannt, einem Teil der 1320/25 errichteten vorletzten Stadtmauer. In ihm und auf den nördlich anschließenden Bögen zum Wasserturm wohnte der Henker. Der Steg war ursprünglich am Wehrgang befestigt. Durch Eisgang stürzte er 1595 ein. Seither wurde er mehrmals erneuert und nach Westen verschoben.

Henkersteg
Henkersteg

Henkermuseum

Die Tür des Henkermuseums
Tür des Henkermuseums

 (Die Schrift wird durch Draufklicken größer)

Wie schon erwähnt hinterließ der Henker Franz Schmidt Aufzeichnungen über seine Vollstreckung der Gerichtsurteile. Folgendes ist z. B.  am 19.April 1591 auf der Fleischbrücke geschehen: Franz Schmidt schnitt dem Glaser Andreas Brunner aus Altdorf ein Stück der Zunge ab. Er hatte während eines Unwetters Gott gelästert und geflucht.

Zurück